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7 bewährte Verfahren für die Gestaltung barrierefreier E-Learning-Schulungsprogramme

7 bewährte Verfahren für die Gestaltung barrierefreier E-Learning-Schulungsprogramme

August 4, 2021
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Unternehmen setzen mittlerweile zunehmend auf universelles Design. L&D-Teams müssen sicherstellen, dass ihre Schulungsprogramme universell gestaltet sind und den Bedürfnissen aller Lernenden gerecht werden. In diesem Artikel stelle ich 7 bewährte Verfahren vor, die bei der Gestaltung barrierefreier E-Learning-Kurse zu beachten sind.

Warum sollten Unternehmen barrierefreie E-Learning-Schulungsprogramme entwickeln?

Laut der Weltgesundheitsorganisation leben weltweit mehr als eine Milliarde Menschen mit einer Form von Behinderung. Eine der häufigsten Formen von Lernschwierigkeiten ist heute Legasthenie, von der etwa 10 % der Bevölkerung in gewissem Maße betroffen sind. Daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich in Ihrer Schulungsgruppe mindestens eine Person mit Behinderung befindet.

Es liegt in der Verantwortung der Organisation und insbesondere der L&D-Teams, sicherzustellen, dass jeder die Schulung auf positive und ansprechende Weise erlebt.

Welche Lösung bietet sich also an? Barrierefreie Online-Schulungen.

Sollten Sie noch keine barrierefreien Kurse anbieten oder sich unsicher fühlen, wie Sie Ihre Inhalte behindertengerecht gestalten können, finden Sie hier wertvolle Unterstützung. Die folgenden sieben Best Practices können Ihnen als Leitfaden dienen, wenn Sie mit der Gestaltung barrierefreier E-Learning-Kurse beginnen.

7 Best Practices für die Gestaltung barrierefreier E-Learning-Kurse

1. Bieten Sie Optionen zur Offenlegung von Behinderungen an

  • Bieten Sie den Lernenden bei ihrem ersten Zugriff auf einen Online-Kurs Optionen zur Angabe einer Behinderung an.
  • Dadurch wird sichergestellt, dass sie das passende Lernkonzept und die geeigneten Inhalte erhalten, die sie für das Lernen benötigen.

2. Beseitigen Sie Barrieren für sehbehinderte Lernende

  • Verwenden Sie klare, fette Schriftarten mit einer Größe von mindestens 16 pt. Dies entlastet die Augen und unterstützt die Lernenden beim Notieren.
  • Wenden Sie die Überschriften-Einstellungen Ihres LMS oder Autorentools an (z. B. H1, H2 usw.). Diese sind hilfreich, wenn ein Lernender durch die Seite navigiert, und sie werden auch von den meisten Screenreadern erkannt.
  • Fügen Sie für jedes Bild eine Alt-Text-Beschreibung hinzu. Der Alt-Text sollte eine präzise Beschreibung des Bildes liefern, da Screenreader darauf angewiesen sind, um zu erklären, was ein Bild darstellt.
  • Lernende mit Sehbehinderung sind auf Screenreader angewiesen, um Text zu transkribieren und zu erklären, was auf dem Bildschirm zu sehen ist. Verzichten Sie daher nach Möglichkeit auf Dropdown-Listen, Drag-and-Drop-Funktionen oder verzweigte Interaktionen, da Screenreader diese in der Regel nicht erfassen.

3. Gestalten Sie Inhalt und Layout so, dass sie Lernende mit Legasthenie unterstützen

  • Verwenden Sie eine fette Schrift statt Kursivschrift, um ein Wort oder einen Satz in Ihren Notizen hervorzuheben. Kursivschrift kann Wörter und Buchstaben verzerrt und schwer lesbar erscheinen lassen.
  • Achten Sie bei der Gestaltung Ihres Kurses auf ausreichend Leerraum. Erwägen Sie, zwei Leerzeichen zwischen den Absätzen einzufügen und diese kurz zu halten, damit die Textabschnitte klar voneinander getrennt bleiben.
  • Präsentieren Sie Text in einem linearen Format – Vermeiden Sie mehrspaltige Darstellungen von Inhalten, da Screenreader Inhalte nicht effektiv lesen können, wenn sie zufällig angeordnet sind.
  • Verwenden Sie Farben, die keinen zu starken Kontrast bilden. Bei einem weißen Hintergrund ist dunkelgrauer Text statt schwarzem Text vorzuziehen, da sich kontrastarme Farben weniger belastend auf die Augen auswirken.

4. Erstellen Sie Videos, die für hörgeschädigte Lernende zugänglich sind

  • Alle Videos müssen fehlerfreie Untertitel enthalten.
  • Erwägen Sie außerdem, schriftliche Transkriptionen für Videos und Podcasts bereitzustellen. Lernende können diese Transkriptionen nutzen, um sich Notizen zu machen und Inhalte zu wiederholen.

5. Erstellen Sie Videos, die sicher und einfach zu bedienen sind

  • Um Ihre Videos sicher und barrierefrei zu gestalten, stellen Sie bitte sicher, dass Lernende die Wiedergabe sowohl über die Tastatur als auch mit der Maus anhalten und fortsetzen können. Für Personen, die einen Mundstift verwenden, ist das Drücken der Leertaste in der Regel einfacher als ein Klick mit der linken Maustaste.
  • Vermeiden Sie auffällige GIFs oder Videos mit hellen, blinkenden Lichtern, da diese photosensitive Epilepsie auslösen können.

6. Erstellen Sie barrierefreie Links

  • Formulieren Sie Links möglichst beschreibend. Verwenden Sie anstelle von „Hier klicken“ einen Hyperlink, der in Textform erläutert, wohin der Link die Lernenden führt.
  • Verlinken Sie stets mindestens zwei vollständige Wörter, damit Lernende mit Einschränkungen der Feinmotorik Links leichter anklicken können.

7. Gestalten Sie mit Blick auf Flexibilität

  • Falls Sie Live-Workshops mit Tools wie Adobe Connect anbieten, stellen Sie bitte sicher, dass dieselben Workshops auch in einem Diskussionsforum auf Ihrem LMS stattfinden, wo hörgeschädigte Lernende Textnachrichten senden können, um mit anderen zu interagieren.
  • Verwenden Sie ein LMS mit Zoom-Funktionen, damit Lernende mit Sehbehinderungen eine Seite vergrößern und verkleinern können, um die für sie am besten geeignete Größe zu finden.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Lernenden bei Bedarf Unterstützung vom technischen Support und den Kursleitern erhalten können. Bieten Sie hierfür beispielsweise eine Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse oder eine Instant-Messaging-Option an, über die sie den Support unkompliziert kontaktieren können.

Abschließende Gedanken

E-Learning erweist sich als wirksames Instrument, um Lernende zu motivieren, insbesondere Fernlernende. Die Erstellung barrierefreier E-Learning-Inhalte stellt einen weiteren wichtigen Schwerpunkt dar, um ein ganzheitliches, inklusives Umfeld für alle Arten von Lernenden zu schaffen. Der Fokus liegt darauf, bereits bei der Konzeption die Barrierefreiheit zu berücksichtigen, anstatt später eine zeitaufwändige digitale Nachrüstung vorzunehmen.

Ich hoffe, dass die in diesem Artikel vorgestellten Best Practices Ihnen dabei helfen, inklusivere und barrierefreie E-Learning-Kurse zu gestalten.

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