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7 Strategien zur Förderung und Unterstützung des selbstgesteuerten Lernens im Homeoffice

7 Strategien zur Förderung und Unterstützung des selbstgesteuerten Lernens im Homeoffice

April 14, 2021
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Formale Schulungsprogramme sind in der Regel darauf ausgelegt, den Lernenden zu grundlegenden Kenntnissen zu verhelfen. Selbstgesteuertes Lernen (SDL) kann ihnen dabei helfen, diese Grundkenntnisse zu vertiefen und zu meistern. In diesem Artikel stelle ich 7 Strategien vor, um selbstgesteuertes Lernen zu fördern und voranzutreiben.

Warum liefern die bestehenden betrieblichen Schulungsprogramme den Lernenden nicht den gewünschten Nutzen?

Dies liegt an inhärenten Mängeln in ihrer Struktur. Betrachten Sie die folgenden Aspekte, die deutlich machen, wie oft bestehende Ansätze nicht mit den Bedürfnissen und Wünschen der Lernenden übereinstimmen.

  1. L&D-Teams drängen den Mitarbeitern Schulungen auf, anstatt dass diese sie selbst in Anspruch nehmen: Von Natur aus stößt „erzwungene“ (oder aufgezwungene) Schulung auf Widerstand. Lernende nehmen mehr auf, wenn es sich um selbstgesteuerte Inhalte handelt, und übertragen mehr von dem Gelernten auf den Arbeitsplatz.
  2. Bestehende Schulungen unterbrechen die Arbeit und können ablenkend wirken: Es ist nicht so, dass die Arbeit „verschwindet“, wenn Mitarbeiter an vorgeschriebenen/geplanten Unternehmensschulungen teilnehmen. Tatsächlich ist der Arbeitstag während der Schulung in der Regel länger und stressiger. Das Ergebnis? Sowohl die Arbeit als auch das Lernen sind unbeabsichtigte Opfer aktueller Unternehmensschulungsprogramme!
  3. Unternehmensschulungen mit begrenzter Dauer reichen allein nicht aus: Schulungen können den Lernenden nur dabei helfen, grundlegende Kompetenzen zu erwerben. Damit die Lernenden Fortschritte machen, müssen sie sich Wissen außerhalb des formalen Schulungsumfelds aneignen.
  4. Formale Schulungen ignorieren die Realitäten der heutigen Dynamik der Remote-Arbeit: Die Remote-Mitarbeiter von heute können unmöglich in derselben Umgebung lernen wie noch vor einem Jahr. Die heutige Work-from-Home-Richtlinie (WFH) stellt einen Paradigmenwechsel gegenüber früheren Modellen des Telearbeitens (und des Fernlernens) dar. Formale Lernstrategien reichen einfach nicht mehr aus!
  5. Unternehmensschulungsprogramme orientieren sich häufig an festen Lehrplänen: Das heutige WFH-Paradigma zeigt jedoch, dass Lernende praktisches Wissen benötigen, das über den Rahmen eines festgelegten, formellen Unternehmensschulungslehrplans hinausgeht. Wenn Mitarbeiter dazu ermutigt werden, selbstgesteuerte Lernmöglichkeiten zu nutzen, tendieren sie in der Regel dazu, Fähigkeiten zu erlernen (oder bestehende zu verbessern), die sie nicht nur interessieren, sondern auch zu Echtzeit-Verbesserungen der Arbeitsleistung führen.

Wie kann selbstgesteuertes Lernen dazu beitragen, kontinuierliches Lernen voranzutreiben – insbesondere am heutigen Remote-Arbeitsplatz?

Der heutige Arbeitsplatz ist durch Remote-Arbeit geprägt, bei der es für L&D-Teams in Unternehmen nicht immer möglich ist, „geplantes“ Lernen zu überwachen und durchzusetzen. Das rasante Tempo, mit dem sich Informationen ändern, macht es für Trainer extrem schwierig, Lehrpläne zu aktualisieren, Schulungsinhalte anzupassen und alle rechtzeitig neu zu schulen, um die neuen Lerninhalte zu nutzen.

Da immer mehr Mitarbeiter auf Remote-Arbeit umsteigen, ist das effektivste Lernparadigma eines, bei dem die Mitarbeiter selbst Verantwortung für ihre Lernbedürfnisse übernehmen und diese durch selbstgesteuerte Lernmöglichkeiten verfolgen.

Wie können Unternehmen selbstgesteuertes Lernen unterstützen?

Durch den Einsatz des auf dem „Learning and Performance Ecosystem“ basierenden Ansatzes können Unternehmen selbstgesteuertes Lernen erfolgreich unterstützen.

Dieser Ansatz verbindet Mitarbeiter (Lernende) miteinander und unterstützt sie mit den Prozessen, Technologien und Inhalten, die zur Leistungssteigerung erforderlich sind.

Hier ist ein 5-Kanal-Ansatz zum Aufbau eines solchen Ökosystems:

  1. Einführung: Begrüßen Sie die Remote-Lernenden im Ökosystem und vermitteln Sie ihnen einen Überblick über die Lernmöglichkeiten sowie den Kontext und die Ziele der Sitzung. Zur Unterstützung der Einführung eignen sich E-Mails, Newsletter und Videobotschaften.
  2. Bewusstseinsbildung: Sorgen Sie für einen kontinuierlichen Strom an Interaktionen, Botschaften zur Bewusstseinsbildung und Outreach-Kampagnen – basierend auf der Rolle des einzelnen Lernenden im Unternehmen. Tools, die zur Bewusstseinsbildung genutzt werden können: Videobasierte Fallstudien, Teaser, Tipps und Tricks, Werbe- und Informationsplakate, Banner und Werbetafeln.
  3. Engagement: Stellen Sie ansprechende Lerninhalte bereit, in die sich selbstgesteuerte Lernende vertiefen können. Tools, die zur Steigerung des Engagements eingesetzt werden können: Lernpfade, Gamification, Performance-Support-Tools/Just-in-Time-Lernhilfen und auf Bewertungen basierende Herausforderungen.
  4. Zusammenarbeit: Nutzen Sie Kollaborationstools, um die Trainingswirksamkeit zu steigern und die Leistung zu messen. Zur Förderung der Zusammenarbeit können Umfragen, soziales Lernen, Leistungsunterstützung und kontextbezogene Bewertungen eingesetzt werden.
  5. Bewertung: Nutzen Sie Feedback, um die Effektivität des Lern- und Leistungsökosystems zu messen, zu analysieren und zu entscheiden, ob der gewünschte ROI erreicht wurde. Tools, die zur Ermittlung der Schulungseffektivität und -wirkung eingesetzt werden können – Umfragen, Befragungen, Datenanalysen und Feedbackschleifen.

Mit welchen Strategien können Sie selbstgesteuertes Lernen am Remote-Arbeitsplatz fördern?

Am heutigen Remote-Arbeitsplatz entsteht selbstgesteuertes Lernen nicht von selbst; es erfordert eine konzertierte Strategieentwicklung durch L&D-Teams, um dies zu ermöglichen.

Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass bei erfolgreichen Strategien für selbstgesteuertes Lernen das Lern- und Leistungsökosystem den Lernenden in den Mittelpunkt des Systems stellt. L&D-Teams bauen dann alle anderen Kanäle und Plattformen um den Lernenden herum auf, um selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen.

Hier sind einige Schlüsselelemente einer erfolgreichen Strategie für selbstgesteuertes Lernen:

  1. Bewusstsein schaffen und Lernende für selbstgesteuertes Lernen motivieren: Da sich Mitarbeitende in erster Linie auf ihre Arbeitsleistung konzentrieren, übersehen sie gelegentlich die Notwendigkeit kontinuierlicher Selbstverbesserung. Eine durchdachte Strategie für selbstgesteuertes Lernen beginnt daher damit, den Mitarbeitenden bewusst zu machen, dass kontinuierliches Lernen unweigerlich zu einer besseren Arbeitsleistung führt.
  2. Lernen im eigenen Tempo ermöglichen: Stellen Sie den Lernenden Lernressourcen zur Verfügung, damit sie diese in ihrem eigenen Tempo nutzen können.
  3. Schaffung kontinuierlicher Lernmöglichkeiten: Integrieren Sie Lernen in den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden. Diese Strategie für selbstgesteuertes Lernen wirkt besonders effektiv, wenn sie Lernunterstützungstools, Lern- und Arbeitshilfen, Lernen unterwegs, Just-in-Time-Lernen und Lernen im Rahmen des Arbeitsablaufs des Lernenden umfasst.
  4. Informelles Lernen nutzen: Experten zufolge macht informelles Lernen zwischen 70 % und 90 % der Lernaktivitäten von Erwachsenen aus. Informelle Lernmöglichkeiten, wie die Schaffung einer Kultur des kontinuierlichen Lernens, die Organisation moderierter Foren und Lernzentren, die Bereitstellung von Microlearning-Inhalten, die Moderation virtueller Buchclubs sowie das Angebot von Coaching und Mentoring für Lernende, müssen daher einen wesentlichen Bestandteil einer Strategie für selbstgesteuertes Lernen bilden.
  5. Soziales Lernen nutzen: Das effektivste selbstgesteuerte Lernen findet statt, wenn Kollegen in (online) sozialen Umgebungen gemeinsam an Lernprojekten arbeiten. Die Strategie sollte daher mehrere soziale Lernnetzwerke nutzen, um sicherzustellen, dass Lernende einen Ort haben, an dem sie sich treffen, Ideen diskutieren und ihr Lernen vorantreiben können.
  6. Organisation und Kuratierung von Lernressourcen: Um effektives selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen, ist es wichtig, dass die Lernenden Zugang zu Inhalten haben. Nicht zu beliebigen Inhalten, sondern zu gezielt kuratierten Lernressourcen, die L&D-Teams so organisieren, dass sie logisch und intuitiv zugänglich sind und genutzt werden können.
  7. Checkpoints für Feedback und Bewertung: Kontinuierliches, facettenreiches Feedback und eine kontinuierliche Bewertung sind notwendig, um festzustellen, ob die Strategie funktioniert, und um bei Mängeln die gewünschten Kursänderungen vorzunehmen.

Abschließende Gedanken

Bestehende betriebliche Weiterbildungsprogramme stoßen jedoch an ihre Grenzen, insbesondere angesichts der veränderten Dynamik am Arbeitsplatz. Sie können den Lernenden lediglich dabei helfen, grundlegende Kompetenzen zu erwerben. Um Lernende auf ihrem Weg zur Meisterschaft zu unterstützen und ihre Leistung zu verbessern, sollten L&D-Teams kontinuierliches Lernen ermöglichen.

Selbstgesteuertes Lernen erweist sich dabei als Schlüsselstrategie, um kontinuierliches Lernen am Remote-Arbeitsplatz voranzutreiben.

Ich hoffe, mein Artikel unterstützt Sie dabei, Strategien zur Förderung des selbstgesteuerten Lernens am Remote-Arbeitsplatz erfolgreich umzusetzen. Zudem habe ich Hinweise dazu gegeben, wie Sie einen auf einem „Learning and Performance Ecosystem“ basierenden Ansatz nutzen können, um eine Kultur des kontinuierlichen, selbstgesteuerten Lernens am Arbeitsplatz zu fördern.

Sollten Sie in der Zwischenzeit konkrete Fragen haben, kontaktieren Sie mich bitte oder hinterlassen Sie unten einen Kommentar.

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